Nordkorea verurteilt Pastor zu lebenslanger Lagerhaft

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Die Staatsanwalt hatte sogar die Todesstrafe beantragt.

Das Regime behauptet, der Pastor habe den "Umsturz" geplant.

Seit Monaten sitzt er im Gefängnis, der Staatsanwalt hatte für ihn die Todesstrafe beantragt. Nun hat der Oberste Gerichtshof Nordkoreas das Urteil gegen den kanadischen Geistlichen Hyeon Soo Lim gesprochen, der wegen "versuchten Umsturzes" angeklagt war. Es lautet: lebenslange Lagerhaft.

Bereits im Juli war der Pastor öffentlich vorgeführt worden. Auf einer vom Regime inszenierten Pressekonferenz sollte er die ihm vorgeworfenen Taten beichten. "Ich war in verschiedenen Gebieten der Volksrepublik im Namen der 'Hilfe', um ihr soziales System zu stürzen", zitierten die Medien der staatlichen Nachrichtenagentur damals sein "Geständnis".

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Missionare festgenommen

Lim wurde festgenommen, nachdem er im Januar über China eingereist war. Er soll mit den USA und Südkorea zusammengearbeitet haben. Außerdem soll er Propagandamaterial verbreitet und fluchtwillige Nordkoreaner unterstützt haben. Lim hielt sich nach Angaben seiner protestantischen Heimatkirche in Toronto bereits mehrfach in Nordkorea auf, um Waisenhäuser und Pflegestationen zu unterstützen.

Pjöngjang betrachtet ausländische Missionare mit großem Misstrauen, erlaubt aber einigen von ihnen, humanitäre Hilfe zu leisten. Die nordkoreanische Verfassung garantiert grundsätzlich Religionsfreiheit, in der Praxis überwacht das kommunistische Regime die Ausübung von Religion jedoch streng. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder christliche Missionare unter dem Vorwurf festgenommen, die staatliche Ordnung des Landes zu untergraben. Die meisten waren ethnische Koreaner aus den USA, die vielfach erst freikamen, nachdem die US-Regierung sich eingeschaltet hatte. Im Falle Lims hat das nichts geholfen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung